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Ärzt:innen-Mangel oder Überfluss - Was stimmt nun wirklich?

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Robert Rehb
(@robertrehb)
Posts: 11
Member Admin
Topic starter
 
[#181]

Hallo zusammen, 

Anbei eine volkswirtschaftlich, ökonomische Problemstellung im österreichischen Gesundheitssystem.

Einleitend ein Beitrag von orf.at als  auch einer von krone.at, jeweils von heute (14.10.2025) zum Thema: "Starker Anstieg bei der Zahl an Ärzt:innen"

Dem gegenüber stehen immer wieder kehrende Medienberichte mit auf den ersten Blick reißerischen Schlagzeilen von wegen "Ärzt:innen-Mangel". Bspw. dieser.

Was stimmt nun? 

Fakt ist: Österreich hat im OECD-Vergleich(= Int. Organisation wirtschaftlich & sozial vergleichbarer Staaten) die höchste Ärzte-Dichte pro 1000 Einwohner, nämlich 5,45 Ärzt:inne/1000EW (siehe oecd.org) also sogar noch vor dem, hinsichtlich Gesundheitssystem, immer wieder hoch gelobten skandinavischen Land, Norwegen.

Also absolut als auch relativ zur EW-Zahl kann keine Rede von Ärztemangel sein. Aber woher kommen nun die immer wieder kehrende Medienberichte mit Horrorszenarien über ein kollabierendes Gesundheitssystem in Österreich aufgrund Ärzt:innen-Mangel?

Wie immer gilt, ein Blick auf die Details (und nicht nur auf reißerische Head-Lines) lohnt:

Während die Gesamt-Zahl der Ärzt:innen in Österreich in den letzten Jahrzehnten tatsächlich stark angestiegen ist, hat sich das Verhältnis zwischen Kassen-/Vertragsärzten und Privat-/Wahlärzten ebenfalls stark verändert: Kurz zusammengefasst, während die Zahl der Kassenärzte in den letzten 25 Jahren annähernd gleich geblieben ist (ca. 8.300) hat sich die Zahl der Privatärzte im selben Zeitraum mehr als verdoppelt, von 4.700 auf knapp 12.000 (Quelle:kontrast.at). Anzumerken ist ebenfalls, dass im selben Zeitraum die Ö.-Bevölkerung von 8 Mio.(2000) auf knapp 9,2 Mio(2025) gewachsen ist (Quelle: statistik.at). 

Ebenfalls zu berücksichtigen ist die starke Ungleichverteilung bei Ärzt:innen hinsichtlich der Regionen. So gibt es Beispielsweise ein starkes Stadt-Land-Gefälle sowie auch starke Unterschiede hinsichtlich der Bundesländer (Quelle: OÖ-Nachrichten).

Weitere interessante Daten und Fakten dazu findet man auch im Jahresbericht der Ö-Ärztekammer , dessen pdf-Datei im Anhang zu finden ist.

Was ist nun die Lösung des Problems? Ein möglicher Ansatz dazu wird unter derstandard.at diskutiert.

Viel Spaß beim Nachlesen und Recherchieren zum Thema.

 

BG Robert

 

ps: Wer weniger gern liest und mehr auf Bewegt-Bilder aus ist, einen 45-minütigen Dokumentarfilm zum geschilderten Problem findet man derzeit auch in der ORF-Mediathek unter : "Dok1-> Weiße Kittel - Rote Zahlen: Unser Gesundheitssysten"


 
Posted : 14/10/2025 2:33 pm