Abschlussarbeit

Autor:In: Anne-Marie Rücky
Veröffentlicht: 2025
Betreuer:in: Simone Huber
Jahrgang: GEB22
Bachelor Thesis
WAHRGENOMMENE UNGLEICHBEHANDLUNG IM GESUNDHEITSWESEN: EINE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG SUBJEKTIVER ERFAHRUNGEN UND DER EINSCHÄTZUNG KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
Kurzfassung / Abstract: Gesundheitsversorgung sollte allen Menschen gleichwertig und diskriminierungsfrei zugänglich zur Verfügung stehen. In der Realität erfahren jedoch viele Patientinnen und Patienten Benachteiligung aufgrund struktureller Ungleichheiten. Gleichzeitig gewinnt mit der Digitalisierung Künstliche Intelligenz (KI) an Bedeutung in der Medizin. Diese Arbeit untersucht, wie Diskriminierung im Gesundheitswesen wahrgenommen wird und welche Einstellungen gegenüber KI im medizinischen Kontext bestehen. Im Fokus steht, welche Gruppen besonders betroffen sind und ob KI als Chance oder Risiko für Ungleichheit gesehen wird. Diese Problematik wird aus subjektiver Perspektive beleuchtet. Daher wurde auf Grundlage einer theoretischen Basis über soziale Ungleichheit und der Funktionsweise sowie den Chancen und Risiken von KI eine empirische Online-Umfrage mit 201 Teilnehmenden durchgeführt. Die erhobenen Daten zeigen, dass Diskriminierung insbesondere in Krankenhäusern und in der Primärversorgung wahrgenommen wird, wobei Cis-Frauen und jüngere Menschen besonders betroffen sind. Während eine grundsätzliche Offenheit gegenüber KI besteht, zeigen sich auch deutliche Vorbehalte, insbesondere in Bezug auf mangelnde Transparenz, Datensicherheit, Bias und den Verlust menschlicher Empathie. Entscheidend für die Akzeptanz ist, dass KI nicht autonom agiert, sondern ärztliches Handeln ergänzt, nachvollziehbar ist und den sozialen Kontext berücksichtigt. Um eine standardisierte, geprüfte und faire Nutzung von KI im Gesundheitswesen zu ermöglichen, braucht es nicht nur weiterführende Forschung zu Diskriminierungserfahrungen, sondern auch eine umfassende Auseinandersetzung mit den Perspektiven aller Bevölkerungsgruppen, unabhängig davon, ob sie selbst von Diskriminierung betroffen sind oder nicht.
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